Auf dem Parkett der größten Immobilienmesse in Deutschland, der Expo Real, fand wieder ein reger Austausch der Immobilienakteure statt.  Der Wirtschaftsstandort München erfährt weiterhin einen Aufwärtstrend. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet dies eine zunehmend hohe Nachfrage bei knappen Angebot. Derzeit leben in München ca. 1,5 Mio Einwohner. Deutschlands drittgrößte Stadt ist eines der wichtigsten Zentren in Europa. Geprägt durch die kulturelle Vielfalt und einen hohen Freizeitwert. Der wichtigste Grund für die andauernede positive wirtschafltiche Entwicklung der Landeshauptstadt liegt in seinen starken Branchen.

Neben der Automobilindustrie, den Informations- und Kommunikationstechnologien und der Dienstleistung ist München einer der wichtigsten Standorte für Forschung.  Die Prognossen für die begehrte Stadt und die Region, gehen von einem Bevölkerungswachstum bis 2030 von 1,7 Mio Menschen in München  aus und mit den Landkreisen rechnet man mit einem Zuwachs bis zu 3,2 Mio. Menschen. Die wirtschaftliche sehr gute Lage und die niedrige Arbeitslosenquote von derzeit ca. 4,6% sprechen dafür, dass der Münchener Immobilien-Makrt auf konstant hohem Niveau bleiben wird. Dabei sind die Flächen in München ein knappes Gut.

Im Forum für intelligente Urbanisation (siehe Bild) diskutierten Bernhard Fink- MVV GmbH, Michael Reiter - Stadtplanung Landeshauptstadt München und Wolfgang Wittmann - Europäische Metropolregion München e.V., über flexible und effiziente Lösungen sowie Mobilitätskonzepte für die Landeshauptstadt. Bei einer Umfrage wurden die Teilnehmer befragt, welches die größten Probleme sind, mit denen die Metropolregion München bezüglich Mobilität zu kämpfen hat. 57% empfanden die zunehmende Zahl der Pendler als größtes Problem und 43% den zunehmenden innerstädtischen Lieferverkehr. Die Stadt und auch die Region stehen vor der Herausforderung smarte Konzepte und Lösungen für eine effiziente Mobilität zu schaffen.

Nachdem der Wohnraum in der Landeshauptstadt immer knapper wird, betreibt die Landeshauptstadt eine aktive Wohnungspolitik um Bestand zu schützen und Neunbau speziell im Bereich geförderter Wohnungen anzukurpeln. "Effiziente Lösungen sind nötig, um einen intelligenten Umgang mit dem knappen Gut Fläche zu gewährleisten", so Dieter Reiter (Münchens Oberbürgermeister). Im Jahr 2015 wurden beispielsweise planungsrechtliche Vorraussetzungen für die Errichtung von knapp 8.000 Wohneinheiten mit 600.000qm Geschossfläche geschaffen. in den nächsten Jahren sollen mehr als 8.500 Wohneinheiten entstehen.

Für Investoren bedeutet der Trend hohe Immobilienpreise und geringe Rendite. Hierzulande sind attraktive Immobilien für Investoren immer schwerer zu finden. Mittelfristig werden sich Investoren daher auf anderen Märkten umschauen. Schon jetzt besteht ein großes Interesse an Immobilien in Zentral- und Osteuropa.

Weitere Themen auf der Messe waren die Auswirkungen der Zinspolitik. Derzeit hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins weiter bei 0,0 Prozent und den Einlagezins für Banken bei minus 0,4 Prozent. Immobilienfinanzierung ist weiterhin attraktiv. Wobei die Niedrigzinspolitik auch ein Treiber für die hohen Immobilienpreise sein dürfte. Kritisch sehen die Akteure den Markt im Falle eines Zinsanstieges in einigen Jahren. Man sprach über politische Regulierungen, wie beispielsweise die gesetzliche Einführung zum Sachkundenachweis für Immobilienmakler und WEG Verwalter. Eine positive Entwicklung welche die Verbraucher vor "Schwarzen Schafen" auf dem Markt schützen soll und der Branche ein höheres Vertrauen einbringen wird. Digitalisierung der Immobilienbranche wurde heiß diskutiert und viele interessante Tools im Rahmen der Digitalisierung vorgestellt. Einer Umfrage nach können sich Besucher der Messe nicht vorstellen, dass die Digitalisierung einen echten Makler aus Fleisch und Blut ersetzen kann. 

Themen zur Mietpreisbremse und dem Bestellerprinzip liesen erkennen, dass in Metropolregionen deutlich mehr Wohnungen möbiliert vermietet werden. Dies scheint zum einem damit zusammen zu hängen, dass die Nachfrage nach möbilierten Wohnungen gestiegen ist. Es könnte aber auch damit zu tun haben, dass Vermieter so die Mietpreisbremse umgehen um mehr Rendite zu erwirtschaften. Laut einer Auswertung des Forschungsinstituts empirica, werden möblierte Wohnungen um bis zu 80% teurer vermietet als Wohnungen ohne Einrichtung. Etwa 60% der Wohnungsvermietungen in München werden derzeit möbliert angeboten. Vor vier Jahren lag der Anteil bei 35%. Zudem konnten wertvolle Gespärche geführt werden und interessante lokale und regionale Kontakte geknüpft werden. Auch nächstes Jahr werde ich mich für meine Kunden wieder auf der Messe umhören. (Oktober 2016)